VPT Akademie - Fort- und Weiterbildungs GmbH

Bobath

Das Bobath-Konzept basiert auf einem Therapie- und Rehabilitationsansatz, der für Patienten mit Pathophysiologie des zentralen Nervensystems entwickelt wurde. Der Ursprung dieses Konzepts liegt in der Arbeit von Berta und Karel Bobath und wurde zuerst durch klinische Erfahrung entwickelt.

Das Bobath-Konzept mit seinem ganzheitlichen Ansatz hat sich mittlerweile seit über 50 Jahren ständig hinweg weiterentwickelt. Heutzutage stehen aktuelle Erkenntnisse der Neurowissenschaften und Bewegungswissenschaften zur Verfügung. Das Bobath-Konzept ist ein problemlösungs-orientierter Zugang zur Befundaufnahme und Behandlung von Patienten mit Störungen von Funktion, Bewegung und Tonus aufgrund einer Läsion des zentralen Nervensystems.

Der Patient wird hinsichtlich seiner Funktionen innerhalb wechselnder Umgebungen beurteilt. Das Ziel der Behandlung ist die Optimierung von Funktionen. Der Behandlungsprozess ist individuell auf die bio-psycho-sozialen Bedürfnisse abgestimmt und schließt präventive und begünstigende Aspekte mit ein. Der fortlaufende Prozess von Befundaufnahme und Behandlung richtet sich sowohl nach vorrangigen Beeinträchtigungen von Funktionen, des Weiteren wird die verbesserte Kontrolle in die Teilnahme am täglichen Leben integriert. Zwischen Patienten, interdisziplinären Team und Angehörigen oder den Pflegepersonen führt ein interaktiver Prozess zu einer angemessenen Behandlung innerhalb des 24-Stunden-Tages. Während der Behandlung versucht der/die Therapeut/in die Haltungs- und Bewegungsmuster zu optimieren, um ihre Effektivität zu verbessern. Charakterisiert ist die Behandlung durch die Suche nach Lösungen für die jeweiligen Aspekte des motorischen Verhaltens, die die erfolgreiche Durchführung einer Aktivität stört. Dies schließt einerseits die aktive Teilnahme des Patienten mit ein, als auch die spezifische Handhabung durch den/die Therapeuten/in, die an die individuellen Erfordernisse angepasst und allmählich, um Unabhängigkeit zu erreichen, abgebaut wird. Die motorische Aufgabe und die Umgebung werden je nach Bedarf strukturiert.

Die Begründer des Bobath-Konzeptes sind Karel und Berta Bobath. Berta Bobath wurde 1907 in Berlin als Jüdin geboren. Sie emigrierte 1938 nach England und wurde dort Physiotherapeutin. 1943 hatte Sie ein „Schlüsselerlebnis“ bei der Behandlung eines Patienten in Bezug auf die Beeinflussbarkeit von Spastizität. Sie erkannte, dass sich Spastiken durch verschiedene Bewegungen und Positionen beeinflussen lassen. Sie entdeckte, dass die Spastik der Patienten durch bestimmte Lagerungen, Stellungen und Bewegungen nachließ oder sogar verschwand; dass Spastik nicht wie bisher allgemein angenommen eine feststehendes, konstantes Phänomen ist, sondern von der Stellung und der Bewegung des Körpers beeinflusst wird. 1941 heiratete Sie Ihren Mann Karel Bobath. Karel Bobath wurde 1906 als Jude in Berlin geboren. 1932 absolvierte er sein erstes Staatsexamen (Medizin) in Berlin. 1933 wurde sein Doktorat und seine Approbation durch die Nazis abgelehnt. 1936 erhielt er sein Doktorat in Prag. Er flüchtete 1939 nach England. Berta und Karel Bobath galt Ihr gemeinsames Interesse für alle Probleme der CP. Um 1943 begann die Entwicklung des Bobath-Konzeptes. 1951 gründeten Sie ein privates Zentrum zur Behandlung von Patienten mit zerebralen Bewegungsstörungen und zur Durchführung von Lehrgängen für Physiotherapeuten, Logopäden und Ergotherapeuten, das „Western Crebral Palsy Centre“. 1975 zogen Sie nach langer Weigerung Deutschland zu besuchen wieder nach Berlin um. 1976 erhielten die Bobaths das Bundesverdienstkreuz der 1. Klasse. Die Bobaths bereisten durch Ihre Vortragstätigkeit die ganze Welt. 1991 entschieden sie sich gemeinsam für den Freitod.

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